Sunset Boulevard Linden 2014

Zweiundfünfzig Wochen, dreiundfünfzig Bilder - dreiundfünfzig aktuelle Blicke auf den Alltag eines 900 Jahre alten Ortes mit den Augen eines (fast) echten Lindener Malers. Die hier vorgelegten Arbeiten des Projektes Linden im Quadrat sind im Zeitraum November 2014 bis November 2015 entstanden und fügen sich zu einem bunten und liebevollen Kaleidoskop eines ebenso bunten und liebenswerten Stadtteils zusammen.

Über die regelmäßige sonntägliche Veröffentlichung des jeweils aktuellen Bildes im Atelierfenster und insbesondere im Internet haben im Laufe des Jahres immer mehr Menschen am Entstehen dieser Momentaufnahme des Alltags im Jahr 900 der Lindener Historie teil gehabt, die Kommentare und Rückmeldungen zu den vorgestellten Bildern haben ihren besonderen Beitrag geleistet, um beim Malen die kreative Spannung und Motivation für das immer wieder nächste Bild über einen so langen Zeitraum hoch zu halten.

Als ich im Herbst 2015 den ersten Menschen über meine Projektidee zum Festjahr 2015 900 Jahre Linden erzählt habe, reichten die Reaktionen von "tolle Idee" über "da hast du dir aber etwas vorgenommen" bis zu „du bist ja verrückt“! Und in der Tat gab es auch für mich am Anfang viele Fragezeichen. Reichen die Motive und Bildideen für 53 Bilder? Erlangt jedes Bild seine Eigenständigkeit oder droht das Risiko der beliebigen Austauschbarkeit und Fließbandproduktion? Lässt sich die Festlegung auf ein festes und spezielles Format so lange ohne Qualitätsverlust durchhalten? Reicht die Selbstdisziplin, um 52 Wochen lang pünktlich zu veröffentlichen?

Mit den in diesem Band vorgelegten 53 Bildern liegt es nun am Betrachter, sich selbst ein Urteil zu bilden, ob es 'gereicht' hat. Innerhalb der gesetzten Rahmenbedingungen Format (30 x 30 cm), Untergrund (Leinwand) und Farbe (Öl) sind vielfältigste Bildlösungen entstanden. Die bedienten Genres reichen dabei von Landschaftsbildern über Stillleben, Architektur- und Technikdarstellungen bis zu Tier- und Portraitbildern, die eingesetzten stilistischen Mittel von der detaillierten realitätsnahen Wiedergabe bis zur kontrollierten Abstraktion, neben Pinseln kamen auch Malmesser und in einem Bild ein Holzschnitt (gedruckt mit Ölfarben auf Leinwand) zum Einsatz.

Mit dieser Veröffentlichung ist das Projekt abgeschlossen, auch wenn es noch unzählige nicht umgesetzte Bildideen gibt und täglich neue dazu kommen. Sich auf diese Weise mit seiner direkten Umgebung zu beschäftigen, öffnet täglich neue Perspektiven. Als ich beispielsweise den ersten Giebel für das Bild „Blick nach oben I“ 'entdeckt' hatte, bin ich tagelang fasziniert an jeder Straßenkreuzung in Linden stehen geblieben um mir die Giebel der Eckhäuser genauer anzuschauen. Allein aus dieser faszinierenden Vielfalt hätten schon allein 52 Bilder entstehen können.

Ob Ihme, Leine und Fösse, Lindener Berg, Lindener Hafen und sogar Ihmezentrum oder aber auch die Quartiere Nord, Süd und Mitte, es gibt überall so viel Besonderes im Alltäglichen zu entdecken, dass die getätigte Auswahl der Bildideen nie vollständig aber vielleicht doch ein bisschen repräsentativ sein kann.

Auf jeden Fall beweist dieses Projekt eindrucksvoll die Gültigkeit der Sicht des Malers Ernst Marow: „Wer sich auf die Wirklichkeit einlässt, wird nie Mangel leiden“.

 
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Linden im Quadrat © Volker Brose 2014